Chronik

1906

Am 19. November Gründung der „Sekundarschule Eschen“ mit 24 Schülern. Unterrichtet wurden die Schüler in zwei Klassen in einem Raum vom Sekundarlehrer Gebhard Banzer.
Landtagsabgeordnete aus dem Unterland hatten im Landtag das Fehlen einer höheren Bildungsstätte im Unterland bemängelt und die Gründung einer Sekundarschule gefordert. Der Landtag beschloss daraufhin, dass in Eschen eine Sekundarschule eröffnet werde, und übernahm die Kosten für den Lehrer, während die Gemeinden des Unterlandes für die Lehrerwohnung, das Schullokal und das Heizmaterial aufzukommen hatten.

1907

Während der Ferien wurde ein Buchhaltungs- und Zeichenkurs für junge Mädchen abgehalten, welcher von sieben Teilnehmerinnen besucht wurde.

1908

Die Schülerzahl fiel auf zehn herab.
Am 12. November wurde das fünfzigjährige Regierungsjubiläum des
Landesfürsten Johann II. von und zu Liechtenstein im Saale der Sekundarschule
Eschen gefeiert.

1909 / 10

Italienisch wurde als Fremdsprache anstelle von Französisch eingeführt.

1910 / 11

Gebhard Banzer bemängelt im Gedenkbuch der Sekundarschule Eschen: „Es wäre zu wünschen, dass die Herren Lehrer des Unterlandes talentvolle Schüler zum Besuche dieser Schule aufmuntern würden, denn für solche ist sie ja gegründet worden. Es würde vielleicht mancher Schüler, der diese Schule während zweier Jahre besucht, seine Studien nachher weiter fortsetzen oder einen anderen nützlichen Beruf erwählen, was sonst unterbliebe.“

1910 / 11

Die Gemeinde Eschen erhielt eine neue elektrische Beleuchtungsanlage. Auch
die Sekundarschule Eschen profitierte davon, denn sie wurde mit einer
elektrischen Lampe ausgestattet.

1911 / 12

Erneut hielt Gebhard Banzer fest, dass nur aus vier Gemeinden Schüler eingetreten sind und, dass keine Aufmunterung für die Sekundarschule, sondern vielmehr eine Ablehnung derselben vorhanden sei. Das gelte vor allem für Mauren und Nendeln, da sie gar keinen Schüler stellte.

1912 / 13

Der Schulplan der Sekundarschule hatte eine Abänderung dadurch erfahren, dass der Schulanfang, anstatt wie bis anhin im Frühling, im Herbst stattfand, und dass Schüler beiden Geschlechts in die Sekundarschule eintreten konnten.
In diesem Schuljahr besuchten 17 Schüler die Sekundarschule, darunter erstmals zwei Mädchen aus Eschen.

1913 / 14

„Der Gesundheitszustand der Schüler war kein besonders guter. Die meisten Schüler waren vom Mumps befallen, was im Schulbetrieb sehr peinlich wirkte.“

1915 / 16

Seine Durchlaucht, der regierende Fürst, ernannte den provisorischen Lehrer, Gebhard Banzer, zum definitiven Lehrer an der Realschule Eschen.

1916 / 17

„Um eine bessere Ordnung um die Schule herum haben zu können, wurde ein
Aschenbehälter angebracht. Für Lehrmittelanschaffungen an der Sekundarschule wurden aus der fürstlichen Landeskasse 200 Kronen bewilligt.“

1917 / 18

Die Schülerzahl erreichte einen Tiefstand von acht Schülern. „Der Schulbesuch war mittelmässig.“
Das Ende des Ersten Weltkrieges machte sich auch an der Sekundarschule Eschen bemerkbar; es fehlte an allem Notwendigen für die Schule, insbesondere an Schulmaterial wie zum Beispiel Zeichenpapier und Hefte.

1921 / 22

Das neue Schuljahr begann wieder im Frühling.

1922 / 23

Gebhard Banzer bedauerte zum wiederholten Male, dass die Schule nicht noch besser besucht werde und dass man nicht einsehen wolle, wie notwendig eine bessere Schulbildung sei. Viele Liechtensteiner müssten wieder in die Fremde und dann sähen sie erst ein, wie notwendig es für sie gewesen wäre, wenn sie mehr gelernt hätten, besonders auch in sprachlicher Hinsicht.

1923 / 24

Das 65-jährige Regierungsjubiläum Seiner Durchlaucht Johann II wurde gefeiert.
Am 1. Januar 1924 trat der neue Zollanschluss mit der Schweiz in Kraft. Der
Schulleiter hoffte, dass sich die Konkurrenz zum Nachbarstaat Schweiz positiv auf den Schulbesuch auswirken würde.

1924 / 25

Immer wieder beklagte Lehrer Banzer den Gesundheitszustand und die vielen Absenzen der Schüler.

1927 / 28

Kaum hatte sich das Land nach dem Weltkrieg finanziell erholt, trat ein
schreckliches Unglück in Liechtenstein ein. Am 25. September wurde das Unterland und teilweise das Oberland überschwemmt und verwüstet.

1928 / 29

Am 11. Februar starb Fürst Johann II. Er hatte im Herbst seinen 88. Geburtstag und sein 70-jähriges Regierungsjubiläum gefeiert. Fürst Franz I bestieg den Thron.

1929 / 30

Das von Pfarrer Frommelt und Oberlehrer Xaver Gassner von Vaduz entworfene
Schulgesetz kam zur Anwendung, welches viel Veraltetes ausmerzte und sich den
damaligen Verhältnissen anpasste.
Der Schulkommissär Josef Büchel, Pfarrer von Schaan, demissionierte. Er hatte das Amt zehn Jahre lang versehen. An dessen Stelle trat Pfarrer Frommelt von Triesen.

1930 / 31

Die Volksabstimmung über das Kanalprojekt wurde mit überraschender Mehrheit
angenommen. Dies bedeutete ein wichtiger wirtschaftlicher Fortschritt. Durch die
Annahme des Projektes verringerte sich die Arbeitslosigkeit, und viele Liechtensteiner fanden einen Verdienst.

1932 / 33

Der Landesfürst verlieh dem Sekundarlehrer Gebhard Banzer den Professorentitel.

1933 / 34

Gebhard Banzer verliess nach fast einem Vierteljahrhundert Eschen und wechselte an die Landesschule Vaduz. Sein Nachfolger in Eschen wurde der aus Mauren
stammende Sekundarlehrer Hubert Bühler. Kaplan Corini war zweite Lehrkraft.

1935 / 36

Dr. Alfons Goop aus Schellenberg kam an die Schule. Mit zwei Lehrern konnte
die Sekundarschule Eschen nun in zwei Klassen aufgeteilt werden.

1937 / 38

Eine Schülerbibliothek wurde mit einem kleinen Anfang von 20 Exemplaren
angelegt.

1939 / 40

Am 29. Mai war die Schule an der Huldigungsfeier des Landesfürsten Franz Josef II vertreten. Am Liechtensteiner Tag an der Landesausstellung in Zürich nahm die Sekundarschule als einzige Schule des Landes teil.
Infolge der Maul- und Klauenseuche in Eschen war die Schule im Wintersemester während acht Tagen geschlossen.

40er Jahre

Diese Jahre wurden durch drei Entwicklungen gekennzeichnet: die Anstellung neuer Lehrer, die Zunahme der Schülerzahl und die Festigung des Bestandes der Schule.

1940 / 41

Im Wintersemester wurde am Montag kein Unterricht erteilt, um dadurch Heizmaterial zu sparen.

1941 / 42

Raumprobleme machten der Schule seit ihren Anfängen zu schaffen. So wurde
zum Beispiel in diesem Jahr der Saal des Gasthofes Eintracht für den Turnunterricht gemietet. Teilweise wurde auch in den Pfrundbauten Unterricht erteilt.

1942 / 43

Dr. Alfons Goop trat aus dem Lehrkörper aus. Provisorisch wurde Pfarrer Jenal
zum Direktor der Sekundarschule in Eschen bestellt. Kaplan Matzenauer stand ihm als Lehrerkollege zur Seite. Der Schulkommissär erhielt vom Landesschulrat den Auftrag einen geeigneten Sekundarlehrer, und zwar der sprachlich-historischen Richtung zu suchen. Erwünscht waren auch Kenntnisse in Englisch.
Im pädagogischen Bereich spielte sich in diesen Jahren auch einiges ab: Die 4. Klasse wurde für obligatorisch erklärt. Und es wurde beschlossen, dass die Sekundarschulen den Stundenplan und die Fächerverteilung vorlegen mussten, welches bis anhin nicht genauer geregelt gewesen war.

1944 / 45

Der Landesschulrat diskutierte über die Auflösung der Sekundarschule Eschen und der Errichtung einer Zentralschule in Schaan. Die Unterländer Vorsteher mit Schulkommissär Pfarrer Frommelt versammelten sich im Gasthaus „Eintracht“ und stimmten für die Beibehaltung der Schule in Eschen. Damit war der Weiterbestand gesichert.
Walter Keller aus Goldach trat seine Stelle in Eschen an.

1946 / 47

Hans Schädler aus Triesenberg übernahm seine Tätigkeit in Eschen. Hubert Bühler verliess Eschen für kurze Zeit.
Das Land erhielt einen neuen Schulkommissär. Es war dies der aus Eschen gebürtige, am Kollegium Schwyz als Professor wirkende Dr. Rudolf Meier (†1957). Der innere Ausbau der Sekundarschule Eschen lag ihm sehr am Herzen. Er setzte sich zum Beispiel dafür ein, dass eine Sammlung von Anschauungsmaterial für die naturwissenschaftlichen Fächer und auch für das Fach Geschichte angelegt werden konnte. Ausserdem wurde der Grundstock zu einer Schülerbibliothek gelegt.
Im Rechenschaftsbericht der Regierung konnte man lesen: „Es gilt überhaupt der weitverbreiteten Ansicht entgegenzuwirken, man könne eine höhere Schule so nebenbei absolvieren.“ Ein Jahr später war im Rechenschaftsbericht nochmals davon die Rede. Die Eltern wurden gerügt, sie sollten ihrem Kinde die nötige Zeit für die Hausaufgaben zur Verfügung stellen und es nicht im Feld und Stall zu stark belasten, so dass es müde und unausgeschlafen in der Schule erscheine.
In den folgenden Jahren stieg der Schülerstand, der in den bisherigen 40 Jahren zwischen 20 und 30 Schülern lag, rapid an. Die Schülerzahl verdoppelte sich in zwei Jahren und war nach sieben Jahren viermal grösser: Ein Zuwachs, der prozentual in der ganzen Schulgeschichte bis heute am höchsten war.
Neben diesem Problem bereiteten insbesondere die Raumverhältnisse den Verantwortlichen Kopfzerbrechen.

1947 / 48

Arthur Jehle aus Schaan nahm seine Arbeit als Sekundarlehrer in Eschen auf.

1949 / 50

Unterländer Mädchen konnten den Haushaltungsunterricht nun in Eschen besuchen und mussten nicht mehr bis nach Vaduz fahren. Es wurde eine Baubaracke als Provisorium für einen dritten Schulraum und die Schulküche aufgestellt.
Schwester Eugehnunda wurde erste Hauswirtschaftslehrerin.
Da nun ein dritter Schulraum zur Verfügung stand, und eine dritte Lehrkraft für die
Sekundarschule Eschen vom Landtag bewilligt wurde, konnte jede Klasse einzeln
geführt werden. Bisher war die erste Klasse einzeln, die zweite und dritte Klasse zusammen geführt worden.
Das Fach Chemie wurde erstmals eingeführt. Auch die Sammlung von Anschauungsmaterial wurde planmässig erweitert. Der Kredit dafür wurde Jahr für Jahr erhöht, da die Behörde der Schule gegenüber sehr positiv eingestellt war. Die Schülerbibliothek zählte bereits 230 Bände.
Im Rechenschaftsbericht tauchte zum ersten Mal die Bezeichnung „Realschule
Eschen“ auf. Diese Bezeichnung ist bis zum heutigen Tag erhalten geblieben und wurde auch im Schulgesetz von 1971 verankert.

1950 / 51

Als neue Lehrkraft wurde Prof. Otto Seger angestellt. Im Herbst aber wurde er schon
nach Vaduz berufen und Sekundarlehrer Hubert Bühler trat wieder in Eschen in den
Schuldienst.

1951 / 52

Die Organisation der Realschulen wurde durch eine neue Verordnung geregelt.
Mit Beschluss des Landesschulrates vom 24. Februar 1951 wurde die bisher mit
vier Klassen geführte Landessschule Vaduz auf eine dreiklassige Realschule
reduziert. Auch die Dauer des Schuljahres, und somit auch der Ferien, wurde neu festgelegt.

1952 / 53

Die Schülerzahlen waren in den letzten 6 Jahren von 24 auf 69 Schüler angestiegen,
und die Räumlichkeiten genügten den neuen Anforderungen nicht mehr.
Das Mutterhaus in Zams zog die Lehrschwestern an der Volks- und Realschule in
Eschen zurück. Wie schon in anderen Gemeinden sprangen auch hier die
Schwestern von St. Elisabeth in Schaan ein.

1954 / 55

Es erfolgte die Ausschreibung eines Planwettbewerbs für ein Realschulgebäude.
Die Lehrerschaft der Realschule Eschen nahm an der Jahresversammlung der St.
Gallischen Sekundarlehrer-Konferenz in Goldach teil. Die Reallehrer Liechtensteins wurden als Mitglieder in den Verband aufgenommen und konnten somit an allen Kursen der Konferenz teilnehmen.

1956 / 57

Sozusagen zum fünfzigjährigen Jubiläum der Realschule Eschen wurde den
Lehrern und Schülern ein neues Schulgebäude (die spätere Primarschule
Eschen, welche zurzeit durch einen Neubau ersetzt wird) übergeben. Am 27. Oktober fand eine grosse Einweihungsfeier mit dem Durchlauchten Fürstenpaar, der Regierung, dem Landtag, dem Landesschulrat, den Geistlichen und Vorstehern des Unterlandes statt.

1958 / 59

Leonhard Vogt aus Balzers trat in den Schuldienst ein. Erstmals konnte eine Klasse parallel geführt werden.
Die Schulleitung richtete ein Gesuch an die Fürstliche Regierung um die Errichtung eines Schulschwimmbades, da die Unterländer Schüler nicht hinter die Oberländer Schüler gestellt werden sollen.
Herr Ernst Nigg wurde neuer Schulkommissär.
Der Lehrkörper besuchte den in Schaan abgehaltenen Kurs für Sexualpädagogik von Fräulein Dr. Hampl aus Salzburg.

1959

Reallehrer Lorenz Schierscher aus Schaan trat die neu geschaffene Lehrstelle in Eschen an.

1961 / 62

Erstmals war es möglich, sämtliche drei Schulstufen in Parallelklassen zu führen. Als neue Lehrkraft trat der Reallehrer Hanno Meier aus Mauren in den Schuldienst ein.

1964 / 65

Anfangs März veranstaltete die Lehrerschaft einen Skitag im Malbun.

1966 / 67

Die Realschullehrer-Konferenz reichte einen Antrag an den Landesschulrat ein,
wonach das Fach Staatsbürgerkunde in der 3. Klasse auch für Mädchen
obligatorisch erklärt werden sollte.
Der Landesschulrat bewilligte die Führung von Leistungszügen in den Fächern
Französisch und Mathematik an den liechtensteinischen Realschulen.
Dank einer grosszügigen Spende der Firma Hilty AG konnte ein TV-Gerät, ein
Aquarium und eine Metallsammlung angeschafft werden.

1967 / 68

Als grosse Neuerung wurde die Möglichkeit des „Studiums“ eingeführt. Die Schüler hatten die Möglichkeit unter Aufsicht Hausaufgaben zu erledigen, welches als
sehr positiv bewertet wurde.

1968 / 69

Verschiedene organisatorische Neuerungen wurden durchgeführt:
Schülerzubringerdienst (das Land übernahm die Kosten), Wochenhefte, Schulmesse in der Schulzeit, Schülerausweise, Schülersportabzeichen, gezielte Kontaktaufnahme zu den Eltern: Elternzeitung, Elternabend, Elternsprechtag und intensive, individuelle Berufswahlvorbereitung. Ausserdem wurden zwei Tageslichtprojektoren und 500 Dias für den Französischunterricht bewilligt.
Der Elternbeirat an der Realschule Eschen wurde 1969 gegründet.

1969

Günther Jehle aus Planken übernahm Leonhard Vogts Stelle.

1970

Dank der Spende einer Firma konnten zwei Tonbandgeräte für den Fremdsprachen-unterricht angeschafft werden.

1971

Lothar Marxer aus Eschen wurde achter hauptamtlicher Lehrer an der Realschule
Eschen.

1973 / 74

Beginn der Verwirklichung des neuen Schulgesetzes. Die dadurch bedingten Änderungen stellten einen wichtigen Abschnitt in der Schulgeschichte unseres Landes dar.
Die neue Schulstruktur brachte grosse Umstellungen mit sich. Gemäss den Bestimmungen des neuen Schulgesetzes wurde die Realschule um eine Stufe erweitert (5 Jahre Volksschule und 4 Jahre Realschule). Eine neue Oberschule im Unterland wurde eingerichtet und in den bisherigen Räumen der Realschule untergebracht. Für die Realschule wurde ein Erweiterungsbau bereitgestellt.
Als Neuerung im Stundenplan wurde Englisch ab der 2. Klasse unterrichtet, und es sollten vermehrt Wahlfächer angeboten werden.

1974 / 75

An der Realschule unterrichteten mittlerweile zehn hauptamtliche Lehrer und sechs Teilzeitlehrer.
Das Land schloss mit der Gemeinde Eschen einen Vertrag über den Erwerb des neuen Schulareals ab, während die Gemeinde die bisherige Schulanlage als künftige
Primarschule in ihren Besitz übernahm.

1975 / 76

In diesem Jahr erhöhte sich die Klassenanzahl von neun auf zehn, also arbeiteten nun
zwölf vollamtliche und sieben nebenamtliche Lehrpersonen an der Realschule Eschen.
Nach dem neuen Lehrplan erhielten die Mädchen nun auch je 2 Wochenstunden Physik- Chemieunterricht.

1975

Die Fürstliche Regierung schrieb einen allgemeinen Architekturwettbewerb unter
liechtensteinischen Fachleuten aus.
Ein neuer Lehrplan wurde für die Realschulen erlassen (im Jahr 1979 erweitert und
ergänzt). Da die Zahl der Klassen an den weiterführenden Schulen inzwischen so
weit angestiegen war, stellte die Schulbehörde einen hauptamtlichen Inspektor für
die Ober- und Realschule an. Die Wahl fiel auf Kurt Korner von der Realschule Vaduz.

1976

Hubert Bühler verliess nach 42 Jahren die Realschule Eschen. Er hatte Kraft seiner
Persönlichkeit die Gestaltung des Schullebens in Eschen massgebend beeinflusst.
Für die beiden Schularten wurde je eine pädagogische Kommission bestellt.

1977 / 78

Die Schülerzahlen waren auf einen Höchststand von 257 Schülern angewachsen, welche von dreizehn vollamtlichen und acht nebenamtlichen Lehrern unterrichtet wurden. Alle vier Jahrgänge konnten dreifach geführt werden. Neu gab es in Eschen neben dem jeweiligen Schulleiter nun einen Schulleiter-Stellvertreter.
Der Landtag bewilligte einen Kredit von 25 Mio Franken für den Bau des neuen Schulzentrums.
Die umfangreichen Aushubarbeiten für das neue Schulzentrum begannen im Herbst.

1980 / 81

Im Frühjahr standen die Mehrzweckhalle, der Werkstatt- und Hauswirtschaftsbereich zur Verfügung. Im Herbst konnte das Hallenbad dem Betrieb übergeben werden.
Zu Jahresbeginn 1981 konnte der Schulbetrieb im neuen Schulzentrum Unterland
aufgenommen werden.
(Das Gesamtprojekt umfasste ein umbautes Volumen von ca. 90 000 m3. Ein Bauwerk dieser Grössenordnung verlangte wegen ihrer Komplexität einen ausserordentlichen Einsatz aller Beteiligten. Bei der künstlerischen Ausgestaltung der Gesamtanlage waren folgende Liechtensteiner Künstler beteiligt: Georg Malin, Bruno Kaufmann und Martin Frommelt.)

1981 / 82

Am 5. September war die offizielle Eröffnungsfeier des Schulzentrums Unterland. 200 offizielle Gäste verfolgten die Festreden und Darbietungen von Schülern und Lehrern, und die Bevölkerung zeigte grosses Interesse bei der Besichtigung des Neubaus.
Zur Entlastung der Schulleitung führte Frau Norma Kind aus Gamprin das neu
geschaffene Sekretariat.

1982 / 83

Die Schaffung eines neuen Dienstgesetzes sorgte für Missstimmung zwischen Schulamt, Regierung, Landtag und der Lehrerschaft der Realschule Eschen.
Das Ehepaar Arnold und Annette Hoop traten ihren Dienst als Abwartsehepaar bei der „Inbetriebnahme“ des Schulzentrums Unterland an.

1983 / 84

Der Schulabwart Martin Fehr ging nach mehr als einem Vierteljahrhundert
Dienstzeit an der Realschule Eschen in den wohlverdienten Ruhestand.

1984 / 85

Erster Auftritt des Schülerchores

1987 / 88

Erstmals wird freiwilliges Knaben-Kochen angeboten.

1988 / 89

Die Umstellung auf Herbstschulbeginn bedingte ein sogenanntes Langschuljahr. Die Lehrer besuchten während sechs Wochen Weiterbildungskurse, während die Schüler mit verlängerten Ferien beschert wurden. Sechs weitere Wochen gaben den Lehrern und Schülern Gelegenheit zu aussergewöhnlichen Schulwochen (Projektwochen).

1989 / 90

Der Herbstschulbeginn hielt bei uns Einzug.

1990 / 91

Bildungspolitisch wurde im ganzen Land über die Einführung des schulfreien Samstags diskutiert.

1996 / 97

Nach mehrjähriger Planungsphase Beginn des Umbaus des bestehenden Schulgebäudes und Neubau des Erweiterungstraktes.

1997 / 98

Die Realschule Eschen erreichte mit 282 Schülerinnen und Schülern in 15 Klassen
Rekordgrösse. Diese Jahre waren einerseits geprägt von der prekären
Raumsituation während der Bauarbeiten, andererseits durch die teils sehr kontroverse Diskussion um eine neue Schulstruktur auf der Sekundarstufe I.

1998 / 99

Zu Beginn des Schuljahres konnten der Erweiterungsbau (6 Klassenzimmer, 1 Aufenthaltsraum, Mensa) des Schulzentrums Unterland sowie die neu errichteten Zimmer im Altbau (Bibliothek, Aufenthaltsraum, 2 Handarbeitszimmer, angepasster Lehrer-/Verwaltungsteil, Lagerraum) bezogen werden.

1999 / 2000

Der neue Lehrplan trat in Kraft, um in einer zwei Jahre dauernden Einführungs-,
Erprobungs- und Evaluationsphase schrittweise im Schulalltag verankert zu werden.

2001 / 02

Die Realschule Eschen feierte ihr 95-jähriges Bestehen und präsentierte ihr in intensiver Arbeit erstelltes Leitbild. Unsere langjährige, sehr geschätzte Sekretärin Norma Kind trat in den vorzeitigen Ruhestand.

2002 / 03

Die neue Sekretärin Astrid Wille nahm ihre Arbeit auf. Das Computer-Zeitalter hielt Einzug in die Schule. So wurden alle Schüler in ein Schülerverwaltungsprogramm erfasst, es fanden zahlreiche Fortbildungskurse in diesem Bereich statt, alle Schulzimmer sollten mit je drei Computern aufgerüstet werden, die Arbeitsstelle Schulinformatik (ASSI) wurde gegründet und Schüler konnten neu ECDL-Prüfungen ablegen (Europeen Computer Driving Lisence).

2003 / 04

Dieses Jahr stand ganz im Zeichen der IMTA, der internationalen musischen Tagung, welche im Mai 2004 in Vaduz stattfand.
In Liechtenstein wurde neu pro Schulhaus ein Schulsozialarbeiter eingesetzt.

2004 / 05

Seit diesem Jahr galt das neue Lehrerdienstgesetz. Es wurde unter anderem der Klassenlehrperson für das Führen einer Klasse eine Lektion Unterricht angerechnet.
Die Computerwelle rollte weiter. Mittlerweile standen der Realschule Eschen 90 PCs, 20 Drucker und 6 Beamer zur Verfügung. E-mail und Computer gehören zum Alltag.
In der Bildungspolitik wird immer mehr Richtung Vereinheitlichung gearbeitet. So gibt es halbjährlich stattfindende Vergleichstests „Klassencockpits“ mit dem Kanton St. Gallen, und neu wird das Schülerkompetenzmessinstrument „Stellwerk“ übers Internet eingeführt. Ausserdem werden in Arbeitsgruppen „Standards“ für die Hauptfächer ausgearbeitet.





(Die Informationen zu dieser Chronik stammen hauptsächlich aus dem Gedenkbuch der
Sekundarschule Eschen anno 1906.) 
 

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