Weiterbildung Niederwenningen, 3. November 2010

Im Rahmen der Neugestaltung des 9. Schuljahres besuchte das Lehrerteam der RSE die Sekundarschule Niederwenningen, in der seit Jahren mit alternativen Lern- und Lehrformen gearbeitet wird.
In der 4. Klasse haben die meisten Schüler und Schülerinnen ihre Berufswahl getroffen. Im Laufe des Jahres unterschreiben sie ihre Lehrverträge. Sie stellen sich vermehrt die Frage, ob das, was sie lernen, auch für ihre weitere Ausbildung notwendig ist. Die Lehrkräfte sind je länger das Schuljahr fortdauert, umso mehr gefordert, die Schüler zu motivieren.
Wie kann man ihre Stärken fördern und sie in ihren Schwächen unterstützen? Im Idealfall bekommt jeder Schüler  einen Stundenplan, der individuell auf ihn zugeschnitten ist.
In der Sekundarschule Wehntal in Niederwenningen geht man seit Jahren neue Wege: aufbauend auf den Resultaten des Stellwerks und den Anforderungen der weiteren Ausbildung (Lehrstelle oder weiterführende Schule) können die Schüler und Schülerinnen aus einem Pflicht- und einem Wahlprogramm einen relativ individuellen Stundenplan zusammenstellen.
Dabei sind Atelierarbeit und Projekte wichtige Lerninstrumente, die den Regelunterricht ergänzen.
In den Ateliers arbeiten die Schüler an selbst gewählten und mit dem Lehrer abgesprochenen Bereichen aus den Fächern Mathematik, Deutsch, Französisch und Englisch. Ausgehend von einer Standortbestimmung durch das Stellwerk lernt der Schüler gezielt was er braucht und ihn besonders interessiert, was ihm bei seinem weiteren Ausbildungsweg hilft und sich sehr positiv auf seine Motivation auswirkt. Eine möglichst grosse und fundierte Materialsammlung ist für das Gelingen des Atelierunterrichtes Voraussetzung. Jeder Schüler führt ein Lernjournal, in dem er seine Lernfortschritte ebenso dokumentiert wie seine Schwierigkeiten oder Rückschläge. In regelmässigen Gesprächen mit der Lehrperson reflektiert er über sein Lernen.
In den Projektstunden, die im letzten Semester angeboten werden, arbeiten die Jugendlichen in Gruppen an einem selbst gewählten Thema. Hier liegt der Schwerpunkt an der Ganzheitlichkeit: nicht nur das Resultat (z.B. einer Ausstellung, einem Gegenstand, einer schriftlichen Arbeit usw.) ist wichtig, sondern auch die Reflexion über die Arbeit an sich. Was ist gut gelungen, war die Planung in Ordnung, warum hat dies oder jenes nicht so gut geklappt, wie war die Kommunikation… viele Fragen fliessen hier ein und helfen dabei, die nächste Arbeit besser zu machen. Lernen lernen steht hier im Mittelpunkt.
Es war ein interessanter Weiterbildungstag, der jedem von uns Ideen mitgab für die Weiterentwicklung der Gestaltung des 9. Schuljahres an der RSE. Das Zusammenspiel von Regelunterricht und alternativen Lernformen ist sicher ein Weg in die Zukunft. Wir Lehrerinnen und Lehrer der RSE sind auf jeden Fall motiviert, die Aufgaben anzugehen!

Elisabeth Schmid-Anderson

 

 

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